Frankreich gilt in Europa als so etwas wie die Hochburg der Freikörperkultur, denn sowohl am Atlantik als auch am Mittelmeer gibt es schöne FKK-Strände, teilweise mit eigenen Ferienanlagen. Jedes Jahr besonders beliebt sind die großen Naturistencamps am Mittelmeer in der Region Languedoc-Roussillon.
In so einem Camp liegt man nicht nur nackt am Strand, sondern kann quasi den ganzen Tag unbekleidet verbringen. Die Anlagen umfassen Restaurants, Bars, Hotels, Ferienwohnungen und Einkaufsgeschäfte – alles abgetrennt von der Öffentlichkeit und nur zugänglich für Camp-Urlauber.
Das größte FKK-Camp dieser Art ist Cap d’Agde unmittelbar an der Mittelmeerküste in der Nähe von Béziers. Hier verbringen bis zu 50.000 FKK-Anhänger gleichzeitig den Sommer. Dabei hält das Camp auch allen möglichen Komfort parat: ein mehr als 2 km langer reiner FKK-Strand, mehrere Feriensiedlungen mit Hotels, Apartments und Campingplätzen, dazu die unterschiedlichsten Geschäfte von der Bank bis zum Supermarkt. Abends locken zahlreiche Restaurants und Bars, auch Discos und Nachtclubs sind vorhanden. Am Strand ist hier Nacktbaden Pflicht, in allen anderen Einrichtungen von Cap d’Agde ist eine Option, für Kinder gibt es einen eigenen kleinen Freizeitpark. Wer nicht im Meer schwimmen mag, kann dies auch in den großen Pool-Anlagen tun, weitere Sportmöglichkeiten sind Golf, Tennis, Tauchen und Wasserski.
Für viele Menschen ist so viel Nacktheit in einem Nudistencamp erst einmal ungewohnt. Doch das legt sich schnell mit der Zeit. Hier fällt am Strand eher der auf, der mit T-Shirt und Badehose bekleidet ins kühle Nass steigt. Manch einer fährt hier sogar nackt mit dem Rad oder nackt zum Friseur, aber das ist zum Glück jedem selbst überlassen. Das Nudistendorf, wie es auch genannt wird, ist übrigens streng bewacht, Nicht-Urlauber haben keinen Zutritt. Für die Einlasskontrolle sorgen Chipkarten, die man beim Einchecken erhält.
