Ungarn

Die damalige Volksrepublik Ungarn war schon zu Zeiten des “Eisernen Vorhanges” als ausgesprochen liberal und weltoffen bekannt. Das schlug sich nicht nur im Warenangebot in den ungarischen Geschäften, wo man schon damals viele Waren aus dem Westen erwerben konnte, nieder, sondern auch im gesellschaftlichen und politischen Leben. War es doch Ungarn, das als erstes osteuropäisches Land seine Grenzen zu seinem Nachbarland Österreich und damit zum gesamten westlichen Europa öffnete.

Ebenso liberal und weltoffen gab und gibt sich Ungarn, wenn es um Freikörperkultur, also Nacktbaden geht. Zwar wird es nicht gern gesehen, wenn in “normalen” Strandbädern FKK betrieben wird, doch es gibt genug ausgewiesene FKK-Strände, wo Nudisten zu ihrem Recht kommen, so zu baden wie Gott sie schuf. Ein Zentrum für FKK-Anhänger ist ohne Zweifel der Balaton, oder zu deutsch, der Plattensee. Dieser knapp 80 km lange und im Mittel etwa 8 km breite See bietet bei angenehmen Wassertemperaturen von Ende Mai bis Mitte September an seinen Ufern eine ganze Reihe an FKK-Badestränden. Am Nordufer sind diese Strände meist Liegewiesen mit einem einigermaßen steil abfallenden Ufer, so dass man bald schwimmen kann. Am Südufer finden sich meist Sandstrände und das Ufer fällt so gemächlich ab, dass man teils 100 Meter waten muss, um tieferes Wasser zu erreichen. Diese Strände sind natürlich ideal für Familien mit kleinen Kindern, die ihren Nachwuchs schon früh mit der Freikörperkultur vertraut machen wollen, damit dieser nicht erst in späteren Jahren lernen muss, seine Hemmungen zu überwinden. Außer einem FKK-Urlaub bietet der Balaton auch andere touristische Möglichkeiten. Hier kann man Wassersport in allen seinen Arten betreiben. Vom Schwimmen ganz abgesehen wäre das Windsurfen zu nennen. Der Plattensee ist auch ein ganz hervorragendes Segel- und Ruderrevier. Die Liebhaber des Angelsports kommen hier voll auf ihre Kosten. Vorrangig wird auf Karpfen angesessen, aber auch Wels, Aal und Hecht sowie viele Weißfischarten sind vorhanden. Der Balaton-Zander (ung. Fogas) soll der beste der Welt sein. Dem Verfasser dieses Artikel gelang es, am Balaton seinen bisher größten Karpfen mit einem Gewicht von 9,6 kg und einer Länge von 81 cm zu fangen.

Nachdem der Nudist seinem Körper viel frische Luft, Sonne und Wasser gegönnt hat, bieten viele nette Restaurant rund um den See die Möglichkeit, den Tag mit einem typisch ungarischen Kesselgulasch und einem Glas Tokaier ausklingen zu lassen. Die am schönsten gelegenen Restaurants gibt es sicherlich in den Weinbergen am Nordufer, von wo aus man einen wunderbaren Blick über den gesamten See hat.